Eine Pilzinfektion im Auge ist selten, aber medizinisch heikel. Ohne rechtzeitige Behandlung können Hornhautnarben, eine dauerhafte Sehminderung oder im Extremfall der Verlust des Auges drohen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie Augenpilz erkennen, welche Pilze infrage kommen und wie die Behandlung in unserer modernen Augenheilkunde abläuft.
Das Wichtigste in Kürze
- Pilzinfektionen am Auge (okulare Mykosen) sind selten, aber potenziell sehgefährdend.
- Hauptrisikofaktoren sind weiche Kontaktlinsen, Augenverletzungen mit Pflanzenmaterial, ein geschwächtes Immunsystem sowie die langfristige Anwendung von Kortison-Augentropfen.
- Typische Symptome sind anhaltende Rötung, Schmerzen, verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit und untypischer Augenausfluss.
- Behandelt wird mit Antimykotika in Tropfen-, Tabletten- oder Infusionsform. In schweren Fällen ist eine Operation notwendig.
Was ist eine Pilzinfektion im Auge?
Eine Pilzinfektion im Auge (okulare Mykose oder Keratomykose) ist eine durch Pilze ausgelöste Entzündung von Strukturen des Auges. Am häufigsten betroffen ist die Hornhaut, sehr selten kann sich die Infektion auch in das Augeninnere ausbreiten und eine sogenannte Endophthalmitis verursachen.
Im Vergleich zu bakteriellen oder viralen Augenentzündungen kommen Pilzinfektionen in unseren Breiten selten vor. In tropischen und subtropischen Regionen sieht das anders aus. Dort gehen je nach Studie bis zu 40 Prozent aller infektiösen Hornhautentzündungen auf Pilze zurück. Die häufigsten Erreger sind Fadenpilze wie Fusarium und Aspergillus sowie Hefepilze wie Candida.
Der Begriff „okulare Mykose“ stammt aus dem Griechischen („mykes“ = Pilz) und bezeichnet jede durch Pilze verursachte Erkrankung des Auges. Die häufigste Form ist die Pilzkeratitis, eine Infektion der Hornhaut.
Symptome einer Pilzinfektion am Auge erkennen
Die Symptome von Augenpilz ähneln zunächst denen einer bakteriellen oder viralen Augenentzündung. Das erschwert die Diagnose. Folgende Anzeichen können jedoch auf eine okulare Mykose hindeuten:
- Ungewöhnlicher Augenausfluss, gelblich oder grünlich und oft zäher als bei einer normalen Bindehautentzündung
- Sichtbare weissliche oder gräuliche Trübungen auf der Hornhaut
- Anhaltende Rötung, die auf übliche Behandlungen nicht reagiert
- Augenschmerzen oder Brennen, oft stärker als bei einer einfachen Bindehautentzündung
- Verschwommenes Sehen durch Trübungen oder Ablagerungen auf der Hornhaut
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
- Fremdkörpergefühl und vermehrter Tränenfluss
Charakteristisch ist, dass sich die Symptome über Tage bis Wochen langsam aufbauen. Eine bakterielle Hornhautentzündung verläuft typischerweise rascher und akuter. Genau diese Verzögerung macht Pilzinfektionen tückisch, weil oft zuerst Antibiotika verschrieben werden, die gegen Pilze wirkungslos bleiben.
Lassen Sie uns sprechen
Sie nehmen die Symptome einer Pilzinfektion wahr und möchten sich untersuchen lassen? Dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir untersuchen Sie gerne in unserer Praxis in Chur.

Wann sollte ich mit einer Pilzinfektion zum Augenarzt gehen?
Bei jedem Verdacht auf eine Augeninfektion gilt: Zögern Sie nicht. Suchen Sie umgehend einen Augenarzt auf, wenn:
- Augenschmerzen oder eine Rötung länger als zwei Tage bestehen.
- die Sehkraft plötzlich schlechter wird.
- Sie Kontaktlinsen tragen und Beschwerden auftreten.
- das Auge kürzlich verletzt wurde, besonders durch Pflanzenmaterial.
- die Beschwerden trotz Behandlung mit Antibiotika nicht zurückgehen.
Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Eine verzögerte Behandlung kann zu bleibenden Hornhautnarben und einer dauerhaften Sehminderung führen.
Ursachen und Risikofaktoren einer Augenpilzinfektion
Pilze gelangen nur dann ins Auge, wenn die natürliche Schutzbarriere der Hornhaut beschädigt ist oder das Immunsystem geschwächt arbeitet. Die wichtigsten Auslöser im Überblick:
- Augenverletzungen: Kleinste Schnitte oder Kratzer, vor allem durch Pflanzenmaterial wie Dornen, Äste oder Stroh, sind die häufigste Eintrittspforte. Pilzsporen finden sich überall in der Umwelt und können über solche Mikroverletzungen in die Hornhaut eindringen.
- Geschwächtes Immunsystem: Erkrankungen wie Diabetes, HIV oder Krebserkrankungen sowie Medikamente, die das Immunsystem dämpfen, erhöhen das Infektionsrisiko deutlich.
- Langfristige Anwendung von Kortison-Augentropfen: Steroide schwächen die lokale Immunabwehr und begünstigen das Pilzwachstum.
- Chronische Augenoberflächenerkrankungen: Trockene Augen oder Lidfehlstellungen wie das Entropium machen die Hornhaut anfälliger.
- Vorausgegangene Augenoperationen: Eingriffe an der Hornhaut können das Infektionsrisiko erhöhen.
Pilzinfektionen durch Kontaktlinsen
Weiche Kontaktlinsen gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Pilzinfektion am Auge. Eine Untersuchung des Nationalen Referenzzentrums für Invasive Pilzinfektionen in Jena und der Augenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf zeigte: Von 22 untersuchten Fällen einer Pilzkeratitis konnten bei 15 Patienten Schimmelpilze als Auslöser identifiziert werden.
Bei neun Betroffenen war eine Hornhauttransplantation notwendig, bei drei Patienten musste das Auge sogar entfernt werden. Der wichtigste gemeinsame Risikofaktor: das Tragen weicher Kontaktlinsen.
Folgende Faktoren erhöhen das Risiko zusätzlich:
- Tragen der Linsen länger als vorgeschrieben
- Schwimmen oder Duschen mit Kontaktlinsen
- Warme oder feuchte Lagerung des Kontaktlinsenbehälters
- Mehrfachverwendung von Aufbewahrungslösung
- Mangelhafte Hygiene beim Einsetzen und Herausnehmen
Harte, formstabile Kontaktlinsen sind im Vergleich deutlich weniger anfällig, da sich auf ihrer Oberfläche schlechter ein feuchter Biofilm bilden kann.
Kontaktlinsenträger sollten den Aufbewahrungsbehälter mindestens alle drei Monate wechseln und ausschliesslich frische Pflegelösung verwenden. Wasser darf niemals zur Reinigung von Kontaktlinsen oder deren Behältern eingesetzt werden.
Können Fuß- und Hautpilz das Auge befallen?
Die meisten Fadenpilze, die Fußpilz oder Nagelpilz verursachen, befallen das Auge selbst nicht direkt. Über die Hände können Pilzsporen aber durchaus ins Auge gelangen, etwa beim Reiben mit ungewaschenen Fingern nach Kontakt mit infizierten Hautstellen.
Hefepilze wie Candida albicans sind ein besonderer Fall. Sie kommen natürlicherweise auf Haut und Schleimhäuten vor und können bei geschwächtem Immunsystem oder chronischen Hauterkrankungen am Augenlid eine Entzündung verursachen.
Achten Sie deshalb auf eine sorgfältige Händehygiene und das konsequente Vermeiden von Augenkontakt bei bestehender Pilzerkrankung an anderer Körperstelle.
Arten von Augenpilz
Pilzinfektionen am Auge lassen sich grob in zwei Hauptgruppen einteilen: Infektionen durch Hefepilze und Infektionen durch Fadenpilze (Filamentpilze). Die Unterscheidung ist medizinisch entscheidend, weil sich die Erreger in ihrem Verhalten und in der Therapie unterscheiden.
Candida albicans im Auge – wenn Hefepilze das Sehen bedrohen
Candida albicans ist der bekannteste Vertreter der Hefepilze. Im menschlichen Körper findet er sich häufig auf Schleimhäuten, ohne Beschwerden zu verursachen. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist oder die natürliche Mikroflora gestört wird, kann Candida zum Problem werden.
Im Auge zeigt sich eine Candida-Infektion oft mit Brennen, Rötung und einem klebrigen Belag am Lidrand. Bei einer tieferen Beteiligung kann es zu verschwommenem Sehen und Lichtempfindlichkeit kommen. Besonders gefährdet sind Patienten:
- mit Diabetes.
- nach längerer Antibiotika-Therapie.
- mit geschwächtem Immunsystem (z. B. unter Chemotherapie).
- mit chronisch trockenen Augen.
Behandelt wird typischerweise mit Amphotericin B oder Fluconazol. Die Heilungsaussichten sind bei rechtzeitiger Therapie meist gut.
Aspergillus und andere Schimmelpilze als Auslöser
Aspergillus ist ein Schimmelpilz, der in Luft und Boden ubiquitär vorkommt. Beim gesunden Menschen verursacht er normalerweise keine Augeninfektion. Risikogruppen sind vor allem immungeschwächte Personen sowie Patienten mit Augenverletzungen durch organisches Material.
Eine Aspergillus-Keratitis zeigt sich häufig als gräulich-weisses Infiltrat auf der Hornhaut, oft mit unscharfer Begrenzung und federartigen Ausläufern. Die Therapie ist anspruchsvoll, da der Pilz tief in das Hornhautgewebe eindringen kann. Behandelt wird in der Regel mit Voriconazol, bei Bedarf in Kombination mit operativen Verfahren.
Fusarium
Fusarium-Arten gelten weltweit als häufigste Verursacher der Pilzkeratitis. Eine niederländische Studie über den Zeitraum 2005 bis 2016 zeigte einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen, vor allem bei Kontaktlinsenträgern. Die Infektion verläuft oft schwer, und die Therapie kann sich über Wochen hinziehen. In hartnäckigen Fällen wird eine Hornhauttransplantation nötig.
Fusarium-Sporen finden sich in Erde, Wasser und auf Pflanzen. Sie gelangen typischerweise nach kleinen Verletzungen oder über kontaminierte Kontaktlinsen ins Auge.
Seltenere Erreger
- Histoplasma capsulatum: kann ein sogenanntes okuläres Histoplasmose-Syndrom verursachen, das zu Netzhautveränderungen führt.
- Cryptococcus neoformans: betrifft fast ausschliesslich Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem.
- Mucorales: seltene, aber sehr aggressive Infektion, vor allem bei entgleistem Diabetes.
Pilzinfektion am Augenlid
Am Augenlid manifestiert sich eine Pilzinfektion meist als chronisch entzündliche, schuppende oder nässende Hautveränderung. Typische Beschwerden sind Juckreiz, Rötung am Lidrand und gelegentlich kleine Bläschen. Auslöser sind häufig Hefepilze oder Dermatophyten, die von anderen Körperstellen übertragen wurden.
Differenzialdiagnostisch wichtig ist die Abgrenzung zu einem Lidekzem oder einer seborrhoischen Dermatitis, die ähnliche Symptome verursachen können. Erst nach einem Abstrich und einer mikrobiologischen Untersuchung lässt sich der Erreger eindeutig bestimmen. Behandelt wird in der Regel mit antimykotischen Salben oder Cremes, in seltenen Fällen auch systemisch mit Tabletten.
Pilz im Augenwinkel und um das Auge herum
Pilzbedingte Hautveränderungen rund um das Auge zeigen sich häufig als rötliche, scharf begrenzte Stellen mit feiner Schuppung. Im Augenwinkel kann zusätzlich eine schmerzhafte Einrissbildung auftreten.
Die Behandlung erfolgt vorsichtig, da die Haut um die Augen besonders empfindlich ist. Geeignet sind speziell für den Augenbereich freigegebene antimykotische Cremes.
Augenpilz bei Babys und Kindern
Bei Säuglingen und Kleinkindern ist Candida albicans der mit Abstand häufigste Auslöser von Pilzinfektionen. Die Übertragung kann bereits während der Geburt erfolgen, wenn die Mutter eine vaginale Pilzinfektion hat.
Am Auge selbst sind Pilzinfektionen bei Kindern sehr selten. Häufiger zeigen sich Pilzbefall an der Lidhaut oder im Bereich der Lidränder, etwa als hartnäckige, juckende Rötung. Wichtig ist eine ärztliche Abklärung, um Verwechslungen mit bakteriellen Infektionen, Neurodermitis oder allergischen Reaktionen zu vermeiden.
Die Therapie bei Kindern ist in der Regel sehr verträglich. Eingesetzt werden lokale antimykotische Salben oder Puder, bei stärkerer Ausprägung auch Tabletten. Die Behandlung sollte unbedingt über die vom Kinderaugenarzt verordnete Dauer fortgeführt werden, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Eine vorzeitig abgebrochene Therapie führt häufig zu einem Rückfall.
Wenn bei einem Baby oder Kleinkind eine Pilzinfektion am Auge oder Augenlid auftritt, sollten Eltern auch andere Körperstellen mit untersuchen lassen. Pilzbefall im Windelbereich oder im Mund (Mundsoor) kann sich über die Hände auf das Auge übertragen.
Behandlung von Augenpilz
Die Therapie richtet sich nach Erreger, Schweregrad und Lokalisation der Infektion. Antimykotika sind die zentrale Säule. Sie wirken im Gegensatz zu Antibiotika gezielt gegen Pilze. Antibiotika sind bei einer Pilzinfektion wirkungslos und können sogar schädlich sein, weil sie die Bestimmung des Erregers verzögern.
Antimykotika
Topische Antimykotika (Augentropfen oder Salben):
- Natamycin: gilt als Mittel der Wahl bei Fadenpilz-Infektionen wie Fusarium. Wird als Augentropfen oder Salbe sechsmal täglich angewendet.
- Amphotericin B: vor allem gegen Hefen wie Candida wirksam. Wirkt durch Zerstörung der Pilzzellmembran.
- Voriconazol: breitwirksam, eingesetzt bei Aspergillus und Fusarium. Kann lokal oder systemisch verabreicht werden.
Systemische Antimykotika (Tabletten oder Infusionen):
- Fluconazol: wirksam gegen Hefen, gut verträglich in Tablettenform.
- Itraconazol: breit einsetzbar bei Hefe- und Fadenpilzen.
- Ketoconazol: heute seltener verwendet, aber bei bestimmten Erregern eine Option.
- Caspofungin: Reservemedikament für schwer behandelbare Fälle, intravenös verabreicht.
Operative Eingriffe
Wenn die medikamentöse Therapie nicht ausreicht oder die Infektion tief in die Hornhaut eingedrungen ist, kann eine Operation notwendig werden. Häufige Verfahren sind:
- Hornhauttransplantation (Keratoplastik): Der erkrankte Teil der Hornhaut wird durch ein Spendertransplantat ersetzt.
- Vorderkammerspülung: Entfernung infizierten Materials aus der vorderen Augenkammer.
- Vitrektomie: Entfernung des Glaskörpers bei Beteiligung des Augeninneren.
Während der Behandlung sollten Kortison-Augentropfen möglichst gemieden werden, weil sie das Pilzwachstum fördern.
Die Behandlung einer okularen Pilzinfektion dauert oft Wochen bis Monate. Regelmässige Kontrolltermine beim Augenarzt sind während dieser Zeit unverzichtbar, um den Verlauf beurteilen und die Therapie bei Bedarf anpassen zu können.
Hausmittel bei Augenpilz
Bei einer Pilzinfektion am Auge ist die Versuchung gross, zunächst auf bewährte Hausmittel zurückzugreifen. Davon ist allerdings dringend abzuraten. Eine okulare Mykose ist eine ernste Erkrankung, die unbehandelt zu bleibenden Sehschäden führen kann. Hausmittel haben hier keinen Platz als alleinige Therapie.
Besonders problematisch sind diese verbreiteten Empfehlungen:
- Kamillentee als Augenspülung: Kamille enthält Inhaltsstoffe, die das Auge zusätzlich reizen können. Ausserdem ist nicht steril hergestellter Tee selbst eine potenzielle Keimquelle.
- Schwarztee-Kompressen: Lindern allenfalls leichte Reizungen, gegen Pilze sind sie wirkungslos.
- Apfelessig-Lösungen: Werden gelegentlich gegen Hautpilz empfohlen, sind am empfindlichen Auge aber gefährlich und können die Hornhaut schädigen.
- Knoblauch oder Honig: Im Internet kursierende Tipps, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren und schwere Augenschäden verursachen können.
- Salzwasser-Spülungen: Reinigen das Auge oberflächlich, beeinflussen aber den eigentlichen Erreger nicht.
Was Sie sinnvoll selbst tun können, beschränkt sich auf unterstützende Massnahmen begleitend zur ärztlichen Therapie. Dazu zählen sorgfältige Lidhygiene mit sterilen Reinigungstüchern, der konsequente Verzicht auf Kontaktlinsen während der Behandlung, regelmässiges Händewaschen vor jedem Berühren des Auges sowie das Schützen der Augen vor Staub, Zugluft und hellem Licht.
Hausmittel können eine Pilzinfektion am Auge nicht heilen. Wer auf eigene Faust experimentiert, riskiert eine Verzögerung der eigentlichen Therapie und damit dauerhafte Schäden an der Hornhaut. Bei Verdacht auf eine Augenpilzinfektion ist der schnellste Weg zum Augenarzt der einzig sinnvolle.
Diagnose: So wird eine Pilzinfektion im Auge diagnostiziert
Da die Symptome einer Pilzinfektion unspezifisch sind, braucht es für eine sichere Diagnose mehrere Untersuchungsschritte:
- Anamnese: Der Augenarzt fragt nach Vorerkrankungen, Medikamenten, Kontaktlinsentragen, kürzlichen Verletzungen und Reisen in tropische Gebiete.
- Spaltlampenuntersuchung: Mit der Spaltlampe lässt sich die Hornhaut detailliert beurteilen. Typische Hinweise auf eine Pilzkeratitis sind federartige Infiltrate, Satellitenherde oder eine grauweisse Trübung mit unscharfen Rändern.
- Mikroskopische Untersuchung eines Abstrichs: Material vom betroffenen Bereich wird unter dem Mikroskop auf Pilzzellen untersucht.
- Pilzkulturen: Die Anzucht auf speziellen Nährböden erlaubt die genaue Bestimmung des Erregers und seiner Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Antimykotika.
- PCR-Diagnostik: Eine moderne molekularbiologische Methode, die auch geringe Mengen an Pilz-DNA nachweisen kann.
- Bildgebende Verfahren: Bei tieferer Beteiligung kann eine Ultraschalluntersuchung oder OCT-Bildgebung sinnvoll sein.
In manchen Fällen muss bei der Hornhauttransplantation gewonnenes Gewebe histologisch untersucht werden, weil die initialen Abstriche nicht immer ein Ergebnis liefern.
Differentialdiagnosen
Mehrere Erkrankungen verursachen ähnliche Beschwerden wie eine Pilzinfektion und müssen sorgfältig abgegrenzt werden:
- Bakterielle Keratitis: verläuft meist akuter, mit stärkerer Eiterbildung
- Virale Keratitis (z. B. durch Herpes simplex): typisch sind dendritische, also verzweigte Hornhautläsionen, oft mit Brennen und verminderter Sehschärfe
- Akanthamöben-Keratitis: tritt fast ausschliesslich bei Kontaktlinsenträgern auf und ist sehr schmerzhaft
- Allergische Konjunktivitis: dominiert durch starken Juckreiz
- Uveitis: Entzündung der mittleren Augenhaut mit Lichtempfindlichkeit und Augenschmerzen
- Trockenes Auge (Keratoconjunctivitis sicca): kann Brennen und Rötung verursachen
- Episkleritis und Skleritis: Entzündungen der äusseren bzw. tieferen Augenhaut
Durch eine sorgfältige Anamnese mit gezielten Fragen nach Beginn, Verlauf und möglichen Auslösern kann die Diagnose eingegrenzt werden. In Zweifelsfällen werden zusätzliche Tests durchgeführt.
Verlauf, Prognose und mögliche Komplikationen
Der Verlauf einer Pilzinfektion am Auge ist stark vom Zeitpunkt der Diagnose und vom Erreger abhängig. Bei früher Erkennung und konsequenter Therapie lassen sich viele Infektionen folgenlos ausheilen. Verzögert sich die Diagnose, wird die Prognose deutlich schlechter.
Mögliche Komplikationen sind:
- Hornhautnarben mit dauerhafter Sehminderung
- Hornhautperforation durch Einschmelzung des Gewebes
- Endophthalmitis, also eine Infektion des Augeninneren
- Sekundärglaukom durch erhöhten Augeninnendruck
- Erblindung des betroffenen Auges
- Verlust des Auges in schwersten Fällen
Studien zeigen, dass bei einer Verzögerung der Pilzdiagnose um mehr als 14 Tage das Risiko für einen Augenverlust deutlich steigt. Etwa 40 Prozent der Patienten mit Fusarium-Keratitis benötigen im Verlauf eine Hornhauttransplantation. Die Sehkraft kann sich auch nach erfolgreicher Therapie nur langsam und manchmal nicht vollständig erholen.
Augenpilz vorbeugen
Wer einige Grundregeln beachtet, kann das Risiko einer Pilzinfektion am Auge deutlich senken:
- Kontaktlinsen sorgfältig pflegen: Linsen und Behälter regelmässig wechseln, niemals mit Wasser reinigen, Pflegelösung nicht mehrfach verwenden.
- Mit Kontaktlinsen nicht schwimmen oder duschen: Wasser kann Pilzsporen und Akanthamöben enthalten.
- Augenschutz bei riskanten Tätigkeiten: Beim Arbeiten in der Landwirtschaft, im Garten oder bei handwerklichen Tätigkeiten Schutzbrillen tragen.
- Hygiene bei akuten Pilzinfektionen anderer Körperstellen: Hände nach Kontakt mit infizierten Hautstellen gründlich waschen.
- Kortison-Augentropfen nur unter ärztlicher Kontrolle anwenden: Eine längerfristige Selbstmedikation ist gefährlich.
- Auf Warnzeichen achten: Bei anhaltenden Augenbeschwerden frühzeitig einen Augenarzt aufsuchen.
Wer ein geschwächtes Immunsystem hat, beispielsweise durch Diabetes oder eine chronische Erkrankung, sollte besonders aufmerksam sein und schon kleinere Augenbeschwerden ernst nehmen.
Pilzinfektion im Auge in Chur behandeln lassen
Eine Pilzinfektion am Auge gehört in die Hände erfahrener Augenärzte. In der Augenarztpraxis Chur untersuchen wir Ihr Auge mit moderner Diagnostik, klären die Ursache der Beschwerden ab und stimmen die Behandlung individuell auf Sie ab.
Bei akuten Beschwerden bieten wir kurzfristige Termine, auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten und an Samstagen.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Augenbeschwerden auf eine Pilzinfektion zurückgehen, kontaktieren Sie uns. Eine frühzeitige Abklärung schützt vor Komplikationen und sichert die bestmögliche Heilungschance.



